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Vinted & Steuern 2026: Was du wirklich wissen musst

7 Min. Lesezeit

Vinted hat das Verkaufen von gebrauchten Sachen so einfach gemacht wie nie zuvor. Hunderttausende Deutsche verkaufen dort regelmäßig — viele davon ohne zu wissen, was das steuerlich bedeutet. Seit DAC7 hat sich die Lage grundlegend verändert: Vinted meldet deine Daten automatisch ans Finanzamt. Wer jetzt noch unwissend tut, riskiert Nachzahlungen und Ärger.

Dieser Artikel erklärt dir alles was du als Vinted-Verkäufer in Deutschland für 2026 wissen musst — klar, verständlich und ohne Steuerberater-Kauderwelsch.

Was ist DAC7 und was bedeutet es für dich?

DAC7 ist eine EU-Richtlinie, die seit Januar 2023 in Deutschland gilt. Sie verpflichtet digitale Plattformen wie Vinted, eBay oder Kleinanzeigen dazu, Verkäuferdaten automatisch an die Steuerbehörden zu melden — und zwar in jedem EU-Land gleichzeitig.

Konkret bedeutet das: Vinted meldet dem deutschen Finanzamt automatisch, wie viel du im vergangenen Jahr verkauft hast — sobald du eine der folgenden Schwellen überschreitest:

  • 30 oder mehr Verkäufe im Kalenderjahr, oder
  • Einnahmen von 2.000 Euro oder mehr im Kalenderjahr

Wenn du unter beiden Schwellen bleibst, erfolgt keine Meldung. Aber Vorsicht: Das bedeutet nicht automatisch, dass du steuerfrei bist — dazu gleich mehr.

Wann meldet Vinted deine Daten?

Vinted verschickt die Meldungen jeweils im Januar für das Vorjahr. Das heißt: Im Januar 2026 hat Vinted deine Daten aus 2025 ans Finanzamt gemeldet. Im Januar 2027 folgen die Daten aus 2026.

Du erhältst von Vinted eine Benachrichtigung wenn eine Meldung über dich erstellt wurde. Diese findest du in deinen Kontoeinstellungen unter "Steuerinformationen".

Ab wann muss ich Vinted-Einnahmen versteuern?

Das ist die Frage die sich die meisten stellen — und die Antwort ist differenzierter als viele denken. Es kommt auf drei Faktoren an.

1. Privater Verkauf vs. gewerblicher Verkauf

Privater Verkauf (in der Regel steuerfrei):

Wenn du gelegentlich gebrauchte Sachen aus deinem eigenen Haushalt verkaufst — alte Kleidung, Bücher, Spielzeug — dann sind diese Einnahmen in der Regel steuerfrei. Das Finanzamt nennt das "private Veräußerungsgeschäfte" und besteuert sie grundsätzlich nicht, solange keine Gewerblichkeit vorliegt.

Achtung bei der Jahresfrist: Bei Gegenständen die du innerhalb eines Jahres nach dem Kauf wieder verkaufst und dabei Gewinn machst, kann unter Umständen Spekulationssteuer anfallen — aber nur wenn der Gewinn aus allen solchen Geschäften zusammen 600 Euro im Jahr übersteigt.

Gewerblicher Verkauf (steuerpflichtig):

Sobald du systematisch und mit Gewinnerzielungsabsicht verkaufst, gilt das als Gewerbe. Dann musst du Einnahmen versteuern — unabhängig von der Höhe.

2. Die 7 Kriterien für Gewerblichkeit

Das Finanzamt schaut sich folgende Punkte an um zu entscheiden ob dein Vinted-Verkauf gewerblich ist:

  • Häufigkeit — Verkaufst du regelmäßig und in großer Zahl?
  • Gewinnerzielungsabsicht — Kaufst du Sachen gezielt um sie mit Gewinn weiterzuverkaufen?
  • Systematisches Vorgehen — Hast du eine Strategie, kaufst du bei bestimmten Marken ein?
  • Umfang — Wie hoch sind deine Gesamteinnahmen?
  • Gleichartigkeit — Verkaufst du immer ähnliche Artikel (z.B. nur Nike-Sneaker)?
  • Fremde Waren — Verkaufst du Sachen die nicht aus deinem eigenen Haushalt stammen?
  • Einkauf zum Wiederverkauf — Kaufst du auf Flohmärkten, bei Großhändlern oder in Paketen ein?

Kein einzelnes Kriterium ist entscheidend — das Finanzamt schaut auf das Gesamtbild. Wer ein paar mal im Jahr alte Klamotten verkauft ist klar privat. Wer 200 Artikel pro Jahr verkauft, gezielt bei Wholesale-Anbietern einkauft und eine Gewinnmarge von 40% hat, ist klar gewerblich.

3. Die Kleinunternehmerregelung

Wenn du gewerblich verkaufst aber unter 25.000 Euro Jahresumsatz bleibst (ab 2024 gilt die neue Grenze), kannst du die Kleinunternehmerregelung nach §19 UStG nutzen. Das bedeutet:

  • Du musst keine Umsatzsteuer ausweisen oder abführen
  • Du musst dennoch eine Einkommensteuererklärung machen
  • Du musst dein Gewerbe beim Finanzamt anmelden

Sentra warnt dich automatisch wenn du dich der Kleinunternehmer-Grenze näherst — damit dich das nicht kalt erwischt.

DAC7: Was tun wenn Vinted deine Daten gemeldet hat?

Wenn Vinted deine Daten gemeldet hat, heißt das nicht automatisch dass du Steuern nachzahlen musst. Es bedeutet nur dass das Finanzamt informiert wurde.

Schritt 1: Prüfe ob du wirklich steuerpflichtig bist

Hast du überwiegend eigene gebrauchte Sachen verkauft? Dann bist du wahrscheinlich privater Verkäufer und musst nichts unternehmen — auch wenn Vinted dich gemeldet hat.

Schritt 2: Dokumentiere deine Verkäufe

Unabhängig davon ob du steuerpflichtig bist: Halte deine Verkäufe fest. Was hast du verkauft? Was hat es ursprünglich gekostet? Was hast du dafür bekommen? Diese Dokumentation schützt dich falls das Finanzamt Fragen stellt.

Genau dafür ist Sentra da — alle deine Vinted-Verkäufe werden automatisch getrackt, inklusive Einkaufspreis und Gewinn pro Artikel.

Schritt 3: Exportiere deine Steuerdaten

Wenn du gewerblich verkaufst oder eine Einkommensteuererklärung machen musst, brauchst du eine strukturierte Übersicht deiner Einnahmen. Sentra exportiert dir alle relevanten Daten als CSV — DAC7-konform und direkt verwertbar für deinen Steuerberater oder deine Steuersoftware.

EÜR für Vinted-Reseller: Was ist das und brauchst du es?

EÜR steht für Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Das ist die einfachste Form der Buchführung für Selbstständige und Kleingewerbetreibende in Deutschland.

Wann brauchst du eine EÜR?

Du brauchst eine EÜR wenn:

  • Du ein Gewerbe angemeldet hast (auch Kleingewerbe)
  • Du als Freiberufler tätig bist
  • Dein Jahresumsatz unter 800.000 Euro liegt (darüber gilt doppelte Buchführung)

Als Vinted-Reseller mit Kleingewerbe machst du also eine EÜR.

Was gehört in die EÜR?

Einnahmen:

  • Alle Vinted-Verkaufserlöse
  • Minus Vinted-Gebühren (die zieht Vinted direkt ab — du trägst den Nettobetrag ein)

Ausgaben (Betriebsausgaben):

  • Einkaufspreise der verkauften Waren
  • Versandkosten die du selbst getragen hast
  • Verpackungsmaterial
  • Anteilige Kosten für Tools wie Sentra
  • Fahrtkosten zu Flohmärkten oder Abholungen

Gewinn = Einnahmen minus Ausgaben

Dieser Gewinn wird in deiner Einkommensteuererklärung als Einkommen aus Gewerbebetrieb angegeben und entsprechend versteuert.

Der wichtigste Tipp für deine EÜR

Trage für jeden Artikel den Einkaufspreis ein bevor du ihn verkaufst. Nur so kannst du später deinen echten Gewinn ausweisen. Wer das nicht tut, zahlt am Ende auf seinen Brutto-Umsatz Steuern — und das ist deutlich mehr als nötig.

Sentra hat dafür ein eigenes Einkaufspreis-Feld pro Artikel. Du trägst einmal den EK ein, Sentra berechnet automatisch Marge und Gewinn.

Vinted Steuern 2026: Die häufigsten Fehler

Fehler 1: DAC7-Meldung ignorieren

Viele Verkäufer denken: "Ich hab nichts falsch gemacht, also tue ich nichts." Das ist riskant. Wenn das Finanzamt eine Meldung bekommt und du keine Einkommensteuererklärung abgibst obwohl du solltest, kann das als Steuerhinterziehung gewertet werden — auch wenn es nur aus Unwissenheit passiert ist.

Fehler 2: Einnahmen ohne Ausgaben angeben

Wer nur seine Einnahmen meldet aber keine Ausgaben gegenrechnet, zahlt zu viel Steuern. Deine Einkaufskosten, Versand und Materialkosten sind Betriebsausgaben die deinen steuerpflichtigen Gewinn reduzieren.

Fehler 3: Kein Gewerbe anmelden obwohl nötig

Ein nicht angemeldetes Gewerbe ist eine Ordnungswidrigkeit. Die Anmeldung beim Gewerbeamt kostet zwischen 10 und 60 Euro — das ist deutlich günstiger als eine Strafe.

Fehler 4: Kleinunternehmergrenze übersehen

Wenn du die 25.000 Euro Umsatzgrenze überschreitest ohne es zu merken, musst du plötzlich Umsatzsteuer nachzahlen — rückwirkend. Sentra zeigt dir deinen aktuellen Jahresumsatz immer im Dashboard und warnt dich rechtzeitig.

Fehler 5: Keine Belege aufheben

Kaufbelege, Quittungen, Screenshots von Paketen — alles aufheben. Das Finanzamt kann bis zu 10 Jahre rückwirkend prüfen.

Vinted Steuerexport: So geht's mit Sentra

Sentra ist die einzige Chrome Extension die speziell für Vinted-Reseller in Deutschland entwickelt wurde. Sie trackt automatisch alle deine Verkäufe, berechnet Gewinn und Marge, und exportiert deine Steuerdaten auf Knopfdruck.

So funktioniert der Steuerexport:

  1. Extension installieren und mit deinem Vinted-Account verbinden
  2. Sentra synchronisiert automatisch alle deine Verkäufe
  3. Einkaufspreise pro Artikel eintragen (einmalig)
  4. Unter "Buchhaltung" → "Steuerexport" → CSV herunterladen
  5. CSV direkt an deinen Steuerberater oder in deine Steuersoftware importieren

Der Export enthält: Verkaufsdatum, Artikelbezeichnung, Verkaufspreis, Vinted-Gebühren, Netto-Einnahmen, Einkaufspreis, Gewinn pro Artikel — alles DAC7-konform aufbereitet.

Fazit: Was musst du jetzt tun?

Hier die Kurzversion für 2026:

Du verkaufst gelegentlich alte Sachen aus deinem Haushalt? → Wahrscheinlich privater Verkauf, keine Steuerpflicht. Aber: Dokumentiere trotzdem falls das Finanzamt fragt.

Du kaufst gezielt ein um mit Gewinn weiterzuverkaufen? → Gewerblicher Verkauf. Gewerbe anmelden, Einnahmen und Ausgaben tracken, EÜR erstellen.

Vinted hat deine Daten gemeldet (DAC7)? → Nicht ignorieren. Prüfe ob Steuerpflicht besteht und handle entsprechend.

Du willst auf der sicheren Seite sein? → Nutze Sentra für automatisches Tracking, Gewinnberechnung und Steuerexport — und spare dir stundenlange manuelle Arbeit.


Dieser Artikel dient zur allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Bei konkreten steuerlichen Fragen wende dich an einen Steuerberater.

Weiterführende Artikel:

  • DAC7 bei Vinted: Schritt-für-Schritt-Anleitung
  • Ab wann ist Vinted-Verkauf gewerblich? Die 7 Kriterien im Detail
  • EÜR für Vinted-Reseller: So machst du es richtig
  • Vinted Gewinn berechnen: Die Formel die du brauchst

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